Preis für exzellente Lehre
Preisträger 2025
Der Preis für exzellente Lehre an der Hochschule Mittweida ging an Dr. Mandy Lange-Geisler von der Fakultät Angewandte Computer‐ und Biowissenschaften.
„Engagierte Lehre zeigt Wirkung.“

Dr. Mandy Lange-Geisler ist Trägerin des Preises für exzellente Lehre der HSMW 2025. Im Interview verrät die Mathematik-Dozentin von der Fakultät CB und Mitglied des NextGen-Teams der HSMW im November 2025, was ihr in der Lehre wichtig ist.
Frau Dr. Lange-Geisler, herzlichen Glückwunsch zum Lehrpreis der HSMW. Hatten Sie etwas geahnt?
Lange-Geisler: Herzlichen Dank! Nein, ich habe wirklich nichts geahnt und war völlig überrascht, als mich Professor Meyer mit der Nachricht vor zwei Wochen anrief. Ich wusste noch nicht einmal, dass ich nominiert war.
Sie lehren Mathematik in Studiengängen der Fakultäten INW, CB, WI und ME. Wir wissen alle, dass Mathe nicht das Lieblingsfach der meisten Studierenden ist. Wie motivieren Sie sich und die Studierenden?
Lange-Geisler: Ja, ich lehre vor allem die Module Mathematik 1 sowie Mathematik 3, bin aber auch, je nach Bedarf, für andere Mathematik Module eingeplant. Tatsächlich haben viele Studierende anfangs eine gewisse Distanz oder sogar Abneigung gegenüber dem Fach, und für viele Menschen bleibt Mathematik irgendetwas zwischen höherer Kunst, Rätsel oder Qual. Ich versuche, meine Begeisterung für die Mathematik weiterzugeben und sie auch bei den Studierenden zu entfachen. Mir geht es nicht darum, das Rechnen zu verbessern, sondern mit praxisnahen und leicht verständlichen Beispielen zu zeigen, dass Mathematik eine anwendungsbezogene Wissenschaft ist. Sollte dabei ein kleiner Funke überspringen, habe ich schon etwas erreicht. In der Schule bekommen wir meistens beigebracht, Rechenkonzepte anzuwenden, aber weniger mathematisch kreativ zu denken. Dieses Bild von Mathematik erschwert vielen den Zugang. Auch ich habe die Schulmathematik zunächst so erlebt, doch in meinem eigenen Studium an der HSMW durfte ich entdecken, dass es auch anders geht. Manche Lehrende prägen mich bis heute. Besonders in Erinnerung geblieben sind mir diejenigen, die Mathematik nicht nur präzise erklären konnten, sondern dabei auch echte Begeisterung vermittelten. Genau diese Kombination versuche ich heute selbst weiterzugeben.
Die eigene Begeisterung für das Fach ist also schon einmal die Basis. Aber es kommt sicher auch auf die Methoden an, die bei den Studierenden ankommen und zur Nominierung für den Preis geführt haben.
Lange-Geisler: Richtig. Ich glaube, diese Begeisterung spüren auch die Studierenden in meinen Lehrveranstaltungen. Die Gründe für meine Nominierung kenne ich nicht. Aus persönlichen Gesprächen und den Ergebnissen der Lehrevaluationen kann ich aber Rückschlüsse ziehen. Ein Grund dürfte das Tutorien-Programm Mathematik sein, das ich 2021 zur Förderung des Studienerfolgs entwickelt habe. Mittlerweile ist es ein fester Bestandteil der Lehre im Plattformmodell Mathematik. Pro Semester finden mehr als zehn Tutorienkurse mit vielen Teilnehmenden statt. Auch die Auswertungen zeigen, dass sich die Studienleistungen verbessert haben. Besonders schön ist, dass die Tutor:innen ihre Arbeit mit viel Freude und Engagement ausüben. Sie werden von mir sowohl fachlich als auch didaktisch begleitet und geschult. Ein anderer Aspekt, den meine Studierenden besonders häufig erwähnen, ist das spezielle Lehr- und Lehrkonzept, das unter anderem Lernvideos enthält. Diese stelle ich im Anschluss an die Vorlesung und zur Vorbereitung auf die Seminare zur Verfügung. Sie zu erstellen, macht zusätzliche Arbeit, aber ich bin der Meinung, dass Lernvideos auch in anderen Lehrgebieten einen wertvollen Beitrag zum Lernen leisten können. Sie erleichtern den Studierenden, sich wirklich mit dem Stoff auseinanderzusetzen – in der Mathematik die Voraussetzung dafür, komplexe Inhalte verstehen und anwenden zu können. Mit Auswendiglernen kommt hier niemand weiter. Da ist es gar nicht mehr überraschend, wenn die Studierenden auch schätzen, dass meine Anforderungen nicht niedrig sind. Ein weiteres zentrales Element sind die Bonusklausuren zur Prüfungsvorbereitung. Sie ermöglichen den Studierenden, ihren Lernstand realistisch einzuschätzen und geben mir die Möglichkeit, individuelles Feedback zu geben, welche Themen noch vertieft werden sollten. Das motiviert viele, frühzeitig und gezielt zu lernen.
Da haben Sie schon preiswürdige Tipps zum Nachmachen mitgegeben. Welchen Spielraum können Lehrende dafür nutzen?
Lange-Geisler: Natürlich gibt es inhaltliche Vorgaben für die Module, doch die Gestaltung der Lehrveranstaltungen liegt in der Verantwortung jeder Lehrperson. Dieser Spielraum erlaubt es allen Lehrenden, eigene Schwerpunkte zu setzen, neue Formate und neue Werkzeuge auszuprobieren. Wir stehen heute vor einer anderen Generation von Studierenden als vor zehn Jahren. So sehe ich auch die Auszeichnung weniger als persönliches Lob, sondern eher als Zeichen dafür, dass engagierte Lehre Wirkung zeigt. Mich motiviert sie, weiter Mathematik mit Begeisterung zu lehren.
Preisträger 2023
Der Preis für exzellente Lehre an der Hochschule Mittweida ging an den Ingenieurwissenschaftler Professor Jan Thomanek.
Preisträger 2021
Der Preis für exzellente Lehre ging an Florian Heinke von der Fachgruppe Forensik an der Fakultät Angewandte Computer- und Biowissenschaften.
Preisträger 2019
Der Lehrpreis der Hochschule und ging in diesem Jahr zu gleichen Teilen an zwei Lehrende der Hochschule: Professorin Dr. phil. Isolde Heintze (Fakultät Soziale Arbeit) und Dipl.-Math. David Nebel M.Sc. (Fakultät Angewandte Computer- und Biowissenschaften).
Preisträger 2017
Diesjähriger Preisträger ist Dr. rer.nat. Frank Schumann, Lehrender der Fakultät Wirtschaftswissenschaften und Akademischer Assistent "Gründungs- und Qualitätsmanagement" im Projekt SEM. Er wurde unter anderem für seine besondere didaktische Kompetenz, für die Entwicklung innovativer Lehrformate sowie für sein überdurchschnittliches Engagement geehrt.
Für ihre gute Lehre wurden auch Professorin Susanne Günther, Fakultät Medien, und Professorin Dr. Regina Fischer, Fakultät Computer- und Biowissenschaften gewürdigt.
Preisträger 2015
Im Jahr 2015 wurde der Preis für exzellente Lehre im Rahmen der feierlichen Exmatrikulation an zwei Professoren vergeben:
Professor Dr. rer. nat. Peter Tittmann (Fakultät Angewandte Computer- und Biowissenschaften) erhielt den Preis in der Kategorie Ingenieur- und Naturwissenschaften. Auch wenn seine Disziplin mit einer gewissen Distanz beurteilt werde, lobten seine Studenten den Mathematiker, erklärte Rektor Ludwig Hilmer die vor allem durch das Votum der Studierenden zustande gekommene Entscheidung. Auch der Preisträger in der Kategorie Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Professor Dr. phil. Stephan Beetz (Fakultät Soziale Arbeit), überzeugte seine Studierenden der Sozialen Arbeit. Er wisse, wie er seine Studenten fesselt: als unterhaltender und kritischer Wissenschaftler, so Rektor Hilmer bei der Übergabe des Preises.
Preisträger 2014
André Schneider, Lehrender der Fakultät Wirtschaftswissenschaften ist Lehrpreisträger 2014.
Preisträger 2013
Die Hochschule Mittweida vergab heute zum zweiten Mal den Preis für exzellente Lehre. Die Prorektorin für Studium und Qualitätssicherung Frau Professor Dr. Monika Häußler-Sczepan übergab heute den mit 1000 Euro dotierten Preis an Dipl.-Ing. (FH) Rika Fleck M.Sc.
Rika Fleck ist Produktionsleiterin Fernsehen an der Fakultät Medien und lehrt dort EB-Fernsehproduktion (EB = Elektronische Berichterstattung). Sie zeigt den Studierenden, wie man Themen in bewegten Bildern umsetzt und daraus gute Nachrichten, Magazinbeiträge, Features, Dokumentationen und Reportagen macht.
Preisträger 2012
An der Hochschule Mittweida wurde erstmals der Preis für exzellente Lehre verliehen. Die Prorektorin für Studium und Qualitätssicherung Frau Professor Dr. Monika Häußler-Sczepan konnte den Preis an zwei Preisträger überreichen:
Der mit 1000,- Euro dotierte Preis ging zu gleichen Teilen an Professor Dr. Klaus Dohmen und an Professor Dr. Dirk Labudde. Beide Professoren gehören der Fakultät Angewandte Computer‐ und Biowissenschaften an. Professor Dr. Klaus Dohmen ist seit 2002 an der Hochschule Mittweida Professor für Angewandte Mathematik/Computerorientierte Mathematik und Professor Dr. Dirk Labudde ist seit 2009 Professor für Bioinformatik.